Rouging
Das Phänomen des Rougings, der Begriff ist nach dem Rouge der Frauen benannt, tritt bevorzugt in heissen Reinstwasser- und Reindampfsystemen auf.
Die sehr ionenarmen Wässer haben eine starke "Saugwirkung" auf Ionen aus der Legierung und möchten damit ihre Ionenarmut verringern. Aufgrund dieser Eigenschaft, ergibt sich auch die Aggressivität dieser reinen Wässer. Ozonbehandlungen fördern ebenfalls die Bildung dünner Rougingbelägen. Aber auch in Vorratsbehältern für CIP-Lösungen (NaOH- oder KOH-Lösungen) werden Verfärbungen in der Passivschicht beobachtet. Wird z.B. in Reindampfsystemen das Rouging nicht von Zeit zu Zeit entfernt, so kann daraus auch Blacking entstehen.
Systeme, die vom Rouging betroffen sind, zeigen in der Praxis Verfärbungen, welche von rötlich/braunen über violetten bis zu leicht blauen Farbnuancen reichen können. Meist sind diese Verfärbungen dünne Beläge und können von fest haftend bis leicht abwischbar sein oder sogar kreidende Eigenschaften zeigen.
Da per Definition jede physikochemische Wechselwirkung zwischen einem Metall und seiner Umgebung, die zu einer Veränderung der Eigenschaften des Metalles führt und die zu erheblichen Beeinträchtigungen der Funktion des Metalles, der Umgebung oder des technischen Systems führen kann als "Korrosion" zu bezeichnen ist, kann hier von einer Korrosion des Werkstoffes gesprochen werden.




