Rouging Problem
Das Phänomen des Rouging ist noch nicht abschliessend geklärt. Wir möchten hier auf verschiedene Theorien hinweisen, die einerseits auf eigenen Beobachtungen und Erfahrungen, andererseites auf Untersuchungsergebissen aus verschiedener Literatur beruhen.
Unsere eigenen Beobachtungen zeigen, dass
- die Rouge Bildung mit steigender Temperatur der Wässer/Lösungen zunimmt
- Pumpen deutlich stärker betroffen sind als Rohrleitungsstrecken
- das Ozon-Behandlungen der Wässer die Rougbildung fördern
- das bei Installationen mit Mängeln (schlechte Schweissungen, Einsatz von weniger gut legierten Komponenten) Verschleppungen im ganzen System vorkommen können
- an ein und demselben Bauteil örtlich unterschiedliche Haftbedingungen des Rougebelags auftreten können.
- bei dickeren Belägen in fast allen Fällen eine Abwischbarkeit
mit zunehmender Belagsdicke der Reinigungsaufwand stark ansteigt - das Phosphorsäure basierte Lösungen nur ein begrenztes Lösungsvermögen für Rougingbeläge haben
- das initial gut behandelte/gereinigte Systeme weniger Rouganfällig sind
- periodisch behandelte/gereinigte Systeme insgesamt deutlich weniger anfällig auf Neubildung von Rouging-Belägen sind
Untersuchungen in der Literatur zeigen unter anderem, dass
- es sich um verschiedene Eisenoxihydrate handelt, die sich offensichtlich auf der Oberfläche bilden oder auch dort festsetzen
- es sich um Korrosionsvorgänge handelt, die durch die warmen aggressiven Wässer ausgelöst werden
- die in den Systemen herrschenden Gaszusammensetzungen einen Einfluss auf die Rougebildung nehmen können. So spielt die Höhe des Restsauerstoffgehaltes und die CO2 Konzentration ein Rolle.
- die Oberflächenbeschaffenheit Einfluss auf die Rougebildung nimmt. Um so glatter und homogener, desto besser ist das spätere Verhalten
- speziell bei guter chemischer Vorreinigung oder auch Elektropolitur die Unterschiede in der Anfälligkeit unterschiedlich stark legierter Werkstoffe gegenüber Rouging deutlich kleiner werden.
Es ist durchaus denkbar, dass das ionenarme, aggressive Wasser an sehr kleinen Fehlstellen der Passivschicht Eisen oxidativ abbaut und damit herausgelöst und "ausbluten". Die so freiwerdenden Eisenoxide sind sehr schlecht löslich und können sich dann leicht wieder an anderen Stellen auf der Metalloberfläche anlagern und über die Absorbtion dort zu einer Schwächung der Passivschicht führen. Dies erklärt auch warum gerade Pumpengehäuse und Laufräder besonders stark vom Rouging betroffen sind!
Die Entfernung von Rouging stellt auf Grund seiner Schwerlöslichkeit eine schwierige Aufgabe dar. Mischungen mit P3PO4 können nur beginnende Rougingverfärbungen, wie bereits erwähnt, entfernen. Kräftiges Rouging zu entfernen, ohne dabei die Elektropolitur zu beschädigen, ist dann nur mittels Speziallösungen durchführbar und erfordert eine sehr hohe Fachkompetenz.




